Kunzmann, Andreas ORCID: https://orcid.org/0000-0002-9500-4332 (1999) Korallen, Fischer und Touristen. Deutsche Hydrographische Zeitschrift, 51 (S10). pp. 25-32. DOI https://doi.org/10.1007/BF02933681.

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Abstract

Als Folge von natürlichen und anthropogenen Störungen sind Korallenriffe weltweit gefährdet. Im vorliegenden Vortrag wird von zwei sehr wesentlichen menschlichen Verursachern, Fischer und Touristen, berichtet. Obwohl Riffe für Fischerei und Tourismus sowie als effektiver Küstenschutz globale Bedeutung haben, sind bereits 60% aller Riffe durch menschliche Aktivitäten bedroht. Der Einsatz von Dynamit und Giften zum Fischfang ist seit 1972 verboten. Trotzdem verwenden bis zu 50% der handwerklichen Fischer zumindest zeitweilig Bomben und Gift. Beide Methoden zerstören die Korallen und die Riffstruktur nachhaltig und lassen nur Korallenschutt bzw. kilometerlange Korallenfriedhöfe übrig, deren Skelette noch aufrecht stehen und als Mahnmale an die blühenden Riffe vor der Giftfischerei erinnern. Beim Fang von Zierfischen für den Aquarienhandel bzw. beim Fang von Riffbarschen für den Lebendexport nach Hongkong werden mehr als 1 Mrd. US$ pro Jahr umgesetzt.

Der Tourismus fügt den Riffen mehrfach Schäden zu—rasante Küstenentwicklung mit Korallen als Baumaterial, Sedimentation und Eutrophierung und nicht zuletzt viele Taucher zerstören Korallenriffe. Dazu gehört auch ein schwunghafter Handel mit Souvenirs aus dem Meer, bei dem die Philippinen, wie beim Zierfischfang, die führende Exportnation sind. Dazu kommen dann noch natürliche Störfaktoren, wie klimabedingte Temperaturschwankungen oder Stürme, die oft nur noch der letze Vollstrecker für gestresste Riffe sind.

Erfreulicherweise hat die Anzahl der marinen Parks und Schutzgebiete weltweit zugenommen und mehrere große, internationale Riffschutz- und Rehabilitationsprojekte wurden begonnen. Es bleibt zu hoffen, dass Entscheidungsträger erkennen, dass Riffe mit gut geplanter und nachhaltiger Nutzungsstrategie wirtschaflich hohe Erträge liefern können. Dafür müssen die Schwellenländer der Tropen aber massiv durch partnerschaftliche Projekte unterstützt werden.

Document Type: Article
Programme Area: PA Not Applicable
Research affiliation: Ecology > Experimental Aquaculture
Refereed: Yes
Open Access Journal?: No
DOI: https://doi.org/10.1007/BF02933681
ISSN: 0012-0308
Date Deposited: 10 Feb 2026 16:04
Last Modified: 10 Feb 2026 16:04
URI: https://cris.leibniz-zmt.de/id/eprint/6098

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